Pressemitteilungen

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Der Bundesrat hat mit großer Mehrheit in seiner Sitzung das Bundesverkehrsministerium aufgefordert, den Bußgeldkatalog anzupassen. Lkw, die baulich gefährdete Brücken widerrechtlich befahren, sollen mit Bußgeldern bis zu 1.000 Euro belegt werden (Siehe z.B. Pressemitteilung des NRW-Verkehrsministeriums vom 14.10.2016).

Der Fachverband Fußverkehr Fuss e.V. unterstützt diese Initiative, hält sie jedoch für inkonsequent: Täglich stehen tausende von Pkw und Lkw auf Gehwegen, die für diese Belastung nicht geplant und gebaut wurden. Die Gehwege werden damit von den widerrechtlichen Nutzern beschädigt und müssen von den Kommunen repariert werden. „Das Ganze geht dann noch zu Lasten des Etats für den Fußverkehr“, so Stefan Lieb, Geschäftsführer von Fuss e.V., „und das Geld fehlt dann z.B. für Zebrastreifen.“

Der Verband schlägt folgerichtig vor, zusätzlich zu den derzeitigen Bußgeldern gegen das Falschparken auf Gehwegen, die das Behindern und Gefährden von Fußgängern ahnden, eine Summe von den Verursachern der Bauschäden zu erheben. Deren Höhe sollte sich ggf. am Gewicht des Fahrzeugs orientieren. Die Belastung der Verkehrsflächen wächst mit dem Gewicht des Fahrzeugs exponentiell mit der Potenz 4.

„Von neun untersuchten EU-Mitgliedsstaaten hat Deutschland die niedrigsten Bußgeldsätze für das Falschparken auf Geh- und Radwegen“, so Stefan Lieb, „dann sollten zumindest die nötigen Reparaturen nicht von den Betroffenen, sondern von den Verursachern bezahlt werden.“ („EU-Knöllchen-Report“, PDF, ab Seite 4) Der Verband bittet die Bundesländer, diesen Ansatz bei den Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium zu berücksichtigen. „Ihre klammen Kommunen werden es ihnen danken!“

 

Direktlinks zur Website des FUSS e.V., die sich mit dem (Falsch)Parken von Kfz auf Gehwegen befasst:
www.gehwege-frei.de und www.gehwege-frei.de/was-wir-wollen.html

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 17. Oktober 2016

 

Der FUSS e.V. stellte am 14.9.2016 von 11 bis 12.00 Uhr Verkehrssicherheit am Gefahrenbrennpunkt Roelckestraße in Berlin im Rahmen einer Aktion her.

Auf Höhe der Lehderstraße ist ein Queren für Fußgänger gefahrlos nicht möglich. Gehwegvor­streck­ungen fehlen. Keine Ampel. Parkende Autos versperren die Sicht, und in jede Richtung sind es rund 300 Meter bis zu einem gesicherten Übergang. Das 700 Meter lange Stück Straße zwischen Ostsee- und Langhansstraße verführt Autos und Motorräder zum Rasen.

Der letzte Unfall liegt drei Wochen zurück, berichten Anwohner. Fünf bis sechs Unfälle seien es pro Jahr. Matthias Dittmer, Fuss e.V. und Organisator der Aktion: „Diese Kreuzung ist in den Stoßzeiten geradezu ein Idealbeispiel für Orte, an denen man selbst als Erwachsener und nicht mobilitätseingeschränkter Fußgänger kalt­feuchte Hände bekommt.“

Der Gefahrenbrennpunkt Roelckestraße sei ein Beispiel für das Handlungsversagen des Senats. Auf dem Papier stehe eine Fußgängerstrategie, die sich gut liest. Umgesetzt werde sie nur zögerlich in wenigen Modellprojekten. Nicht einmal einen Fortsetzungs­beschluss für die bescheidenen Vorhaben gebe es.

Der Fuss e.V fordert vom künftigen Senat, die Fußgängerstrategie fortzuführen, umzusetzen und auf ganz Berlin auszudehnen. Der Verein will u.a. für Fußgänger folgende sicherheitsrelevanten Prinzipien umgesetzt sehen:

  • An Kreuzungen mit Ampeln können Fußgänger in einem Zug über die Straße gehen.
  • Falschparken auf Gehwegen wird konsequent geahndet. Werden Gehwege so zugestellt, dass weniger als 2 Meter Durchgang bleibt, wird abgeschleppt.
  • Bessere und mehr Sichtkontakte auf den Autoverkehr vorm Queren der Fahrbahn, d.h. mehr Lücken in die endlose Reihen der parkenden Autos z.B. durch Gehwegnasen und Fahrradabstellmöglichkeiten für Fahrräder im Parkstreifen.
  • Mehr und kompetentes Personal für die Fußverkehrsstrategie in den Behörden auf Senats- und Bezirksebene!

 

Kontakt:
Matthias Dittmer 0170/233 63 36

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 14. September 2016

 

Anlässlich der Auftaktveranstaltung für die Entwicklung von Fußverkehrsstrategien in Städten ist am Montag zum ersten Mal in Deutschland ein mit externen Experten besetzten Gremium des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. zusammengekommen, das sich bis 2018 ausschließlich mit der Frage beschäftigen wird, wie der Fußverkehr strategisch zu fördern ist. Gastgeber war die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Berlin, der Stadt mit der ersten durch den Senat verabschiedeten Fußverkehrsstrategie in Deutschland.

Bernd Herzog-Schlagk vom Fuss e.V. machte deutlich, dass er eine „mit den anderen Verkehrsträgern abgestimmte intensive Förderung des Fußverkehrs in den Städten für unabdingbar hält, wenn die selbst gesteckten oder vorgegebenen Ziele der Unfallminderung, der Luftreinhaltung und des Lärmschutzes, der Klimapolitik und der Barrierefreiheit erreicht werden sollen.“ Dabei steht nach Ansicht der Fußgängerorganisation „Deutschland bei weitem nicht in vorderster Reihe, wenn es um die Förderung des Fußverkehrs geht. Es macht sogar den Eindruck, als habe es in den letzten Jahren den Anschluss verpasst.“

In der Tat haben die direkten Nachbarn nicht nur intensiv über die Vorteile des Gehens in den Städten nachgedacht, sondern längst Strategien entwickelt und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Komforts von Fußgängerinnen und Fußgängern eingeleitet. So verwies Thomas Schweizer von Fussverkehr Schweiz auf die guten Erfahrungen mit dem bereits 2002 entwickelten umfassenden Konzept für den „Langsamverkehr“ und Dieter Schwab vom Verein walk-space.at stellte den 2015 in Österreich verabschiedeten nationalen „Masterplan Gehen“ sowie die daran gekoppelten strategischen Vorgehensweisen vor. Beide Pläne könnten Vorbildcharakter auch für Fußverkehrsstrategien in Deutschland haben.

Zahlreiche europäische Städte, wie z.B. Kopenhagen, London oder Stockholm arbeiten an einer strategischen Förderung des Fußverkehrs. Und sogar nordamerikanische Städte, wie z.B. Chicago und San Francisco, von denen deutsche Städte die allein auf das Auto ausgerichtete Verkehrsplanung früher übernehmen wollten, steuern mittlerweile um, angesichts ungelöster Probleme mit und durch den motorisierten Individualverkehr. Sie haben ebenfalls die Förderung des Fußverkehrs als einen Lösungsansatz entdeckt.

Wer zu Fuß geht, produziert weder Abgase noch Lärm, braucht keinen Sprit und wenig Platz. Der Fußverkehr ist das Bindeglied zwischen allen anderen Verkehrsarten der städtischen Mobilität und hilft, die städtischen Verkehrsprobleme zu lösen. So hat denn auch das Umweltbundesamt in der Veröffentlichung „Umweltverträglicher Verkehr 2050 – Argumente für eine Mobilitätsstrategie für Deutschland“ den Fußverkehr „als ernst zu nehmende Verkehrsart“ erkannt. Eine nationale Fußverkehrsstrategie für Deutschland gibt es bisher jedoch nicht. Deshalb wird der Fachverband FUSS e.V. notwendige Grundlagen und inhaltliche Ansätze für Fußverkehrsstrategien auf kommunaler Ebene zusammentragen und weiterentwickeln. Das Projekt wird ab 2016 bis Ende März 2018 durch das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Verbändeförderung und durch Projektspenden an den Verein unterstützt.

Ziel der Aktivitäten ist es, einen Handlungsleitfaden zur Förderung des Fußverkehrs in Kommunen zu erstellen, der auf die zuvor analysierten Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern eingeht. Dabei soll es nicht nur um Straßen und Plätze als Verkehrswege gehen, sondern auch um den barrierefreien Zugang und die Nutzung des öffentlichen Raumes durch alle Bevölkerungsgruppen zum Verweilen, zum Spielen und zur Kommunikation.

 

Direktlink zur Projekte-Website: www.fussverkehrsstrategie.de

 

Kontakt Montag, 5. September 2016, 14.00 – 18.00 Uhr:
Stefan Lieb, Bundesgeschäftsführer
0176/ 80 235 524

Kontakt ab Dienstag, 5. September 2016, 9.00 – 15.00 Uhr

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 5. September 2016

 

Mit der kommenden Änderung der StVO soll es „geeigneten Begleitpersonen“ erlaubt werden, radelnde Kinder ebenfalls per Fahrrad über die Gehwege zu lotsen. Am 7. September entscheidet der Verkehrsausschuss des Bundesrates, ob er die Vorlage des Bundeskabinetts annimmt. Fuss e.V. hatte sich als einziger Verband bei der Anhörung des Bundesverkehrsministeriums klar gegen mehr Radfahrer auf Gehwegen ausgesprochen. Die Argumente des Vereins haben anscheinend teilweise gefruchtet.

So sollen laut der geänderten Vorlage nur noch Kinder bis acht Jahren (vorher bis zehn Jahren) auf dem Gehweg radelnd begleitet werden dürfen. Desweiteren muss „auf zu Fuß Gehende [nicht nur] besondere Rücksicht“ genommen werden. Hinzu gekommen sind die beiden Sätze: „Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden“ und: „Soweit erforderlich muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepasst werden“.

Doch das ist nach Ansicht der Fußverkehrs-Lobby nicht genug: „Wenn Erwachsene Kindern das Rad fahren beibringen, sollen sie das richtig tun“, so Stefan Lieb, Geschäftsführer Fuss e.V., „und geradelt werden darf auf Radwegen, Radfahrstreifen und auf der Fahrbahn, nicht jedoch auf Gehwegen!“. Dort müssen Kinder bis acht Jahren fahren, wenn sie allein unterwegs sind. Das Fahren auf der Fahrbahn sollte nach Ansicht des Verbandes in Tempo 30-Zonen mit den Erwachsenen geübt werden. „Wenn Kinder zehn Jahre alt sind, müssen sie sowieso auf der Fahrbahn radeln. Daher sollte das rechtzeitig trainiert werden“, so Lieb. Kinder, die Rad fahren noch als Bewegungsablauf lernen, können natürlich dabei auf dem Gehweg begleitet werden – selbstverständlich zu Fuß, denn hier müsse man noch häufig korrigierend „Hand anlegen“, was vom Fahrrad aus sowieso nicht möglich sei.

Der Verein fordert daher den Verkehrsausschuss des Bundesrates auf, der Vorlage des Bundeskabinetts nicht einfach zuzustimmen, sondern für Klarheit zu sorgen und den Kindern die Möglichkeit einräumen, richtig Rad fahren zu lernen.

 

Permanent-Link zur Vorlage der StVO-Novelle (Bundeskabinett an Bundesrat).
Die in der Pressemitteilung behandelte Passage (§ 2 Absatz (5) StVO) finden Sie auf Seite 8 des pdf-Dokuments.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 31. August 2016

 

Durch geänderte Verwaltungsvorschriften der StVO sind für Zebrastreifen (im Amtsdeutsch „Fußgängerüberwege „kurz: „FGÜ“ genannt) erhöhte Anforderungen an die Beleuchtung Pflicht geworden. Das sei im Prinzip sinnvoll, meint die Fußverkehrslobby Fuss e.V anlässlich des Tags des Zebrastreifens am 1. September, da Fußgänger Zebrastreifen nutzen, damit sie für Autofahrer besser zu erkennen sind. Mit der neuen Vorschrift seien Zebrastreifen allerdings in vielen Kommunen gefährdet, da die Nachrüstung von Fußgängerüberwegen entsprechend den neuen Beleuchtungsnormen etwa je 10.000 Euro kostet. Das könnte klamme Kommunen veranlassen, Zebrastreifen zu entfernen.

Der Abbau von Zebrastreifen wegen Nichteinhaltung der Beleuchtungsvorschriften kann sich als Bumerang in Bezug auf die Verkehrssicherheit erweisen. Denn Untersuchungen zeigen: Die Anzahl, mehr noch als die Qualität, von Querungsanlagen beeinflusst die Verkehrssicherheit in einer Stadt.

FUSS e.V. wünscht sich daher möglichst viele Zebrastreifen. Um das zu erreichen, können nach Ansicht des Vereins in bestimmten Situationen Abstriche beim Beleuchtungsniveau in Kauf genommen werden. Besser wäre es allerdings, der Bund würde nicht einfach neue Vorschriften erlassen, sondern die Kommunen mit ausreichenden Finanzmitteln zu ihrer Umsetzung ausstatten.

Hintergrund-Info:

Seit 2013 überprüfen viele Städte ihren Zebrastreifenbestand. Anlass ist eine veröffentlichte Neufassung der Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zur StVO (VwV-StVO). Diese geben nun ausdrücklich den Straßenverkehrsbehörden eine Verantwortung für die Einhaltung der Beleuchtungsvorschriften - auch bei bestehenden Altanlagen. Die Normen für die Beleuchtung werden in den „Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen 2001“ (R-FGÜ) des Bundesverkehrsministeriums definiert und in technischen Normen (DIN bzw. EN) präzisiert.

 

Interessantes zu Zebrastreifen und anderen Querungsanlagen für Fußgänger sind in der Broschüre „Querbuch - Wie Fußgänger sicher über die Straße kommen“ zu finden. Ein Probekapitel und weitere Informationen zu dieser Veröffentlichung des Fuss e.V. enthält www.querbuch.de .

 

Download des Beitrags zum Thema Zebrastreifen und Beleuchtung aus der kommenden Ausgabe der mobilogisch mit Beispielen, in welchen Situationen von den Normen abgewichen werden könnte.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 1. August 2016

 

In einem generationsübergreifenden Projekt haben in den Jahren 2014 und 2015 etwa 120 Schülerinnen und Schüler in Berlin ihre Großeltern oder andere ältere Menschen nach ihren Problemen und Wünschen im Straßenverkehr befragt. Geleitet vom Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. und gefördert durch die Verkehrslenkung der Senatsverwaltung offenbarten die durchgeführten umfangreichen Interviews, dass sich die Senioren nicht nur über Radfahrer und parkende Autos auf Gehwegen ärgern, sondern auch über die unzulängliche Infrastruktur in der Stadt. Projektleiter Bernd Herzog-Schlagk sieht bestätigt, dass „weiterhin an einer seniorengerechten und möglichst barrierefreien Straßenraumgestaltung intensiv gearbeitet werden muss.“

Herausragend waren die Probleme mit zu kurzen Grünzeiten an Ampeln, über die sich etwa 7 von 10 der Befragten negativ äußerten und die Zulässigkeit der bei Fußgängergrün gleichzeitig abbiegenden Fahrzeuge mit immerhin 6 von 10 der Befragten. Lediglich von etwa einem Drittel der Befragten wurden dagegen zu lange Wartezeiten genannt. Auf Gehwegen wurde an erster Stelle die unzureichende Schnee- und Eisbeseitigung kritisiert (7 von 10), und immerhin 6 von 10 Befragten beklagten sich über die Schäden in Gehwegbelägen, die immer wieder zu Stürzen mit teilweise schweren Folgen von Fußgängerinnen und Fußgängern führen. Bei der freien Nennung weiterer Probleme äußerten sich immerhin ein Viertel der Befragten negativ zu den Hinterlassenschaften von Hunden.

Aber auch über das Verkehrsverhalten der anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sind die Senioren recht unzufrieden. Auf Gehwegen waren es eindeutig die Radlerinnen und Radler sowie die unzulässig, geduldet oder gar zugelassenen parkenden Kraftfahrzeuge, die 7 von 10 Befragte als häufig störend angegeben haben. Ein ebenso großes Ärgernis stellen offensichtlich Fehlverhalten von Autofahrerinnen und Autofahrern an Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) dar. Es folgten die abbiegenden Fahrzeuge, welche den Gehenden häufig nicht den vorgeschriebenen Vorrang einräumen und die an den Überwegen in Kreuzungsbereichen verkehrswidrig abgestellten Fahrzeuge (jeweils 6 von 10).

Nach Ansicht des FUSS e.V. zeigen die hohen Anteile der Unzufriedenheit, so Herzog-Schlagk, „dass es für die Absicherung der Gehwege und Querungsanlagen aus der Sicht der zunehmend älter werdenden Stadtbevölkerung in Deutschland einen großen Nachholbedarf gibt.“ Der Verband wird die Erkenntnisse aus der Befragung als Grundlage für seine in den kommenden Jahren zu entwickelnde „Fußverkehrsstrategie“ verwenden (www.fussverkehrsstrategie.de).

Sie finden die Auswertung der Befragungen unter www.senioren-sicher-mobil.de > Schüler befragen Senioren > Modellvorhaben > Befragung.

Allgemeine Infos zum Projekt „Schüler befragen Senioren“ finden Sie hier unter www.senioren-sicher-mobil.de > Schüler befragen Senioren.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 23. Mai 2016

 

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um mehr Achtsamkeit bei der Benutzung mobiler Endgeräte. Von den etwa 2,4 Millionen Verkehrsunfällen in Deutschland pro Jahr wurden etwa ein Drittel durch Ablenkung verursacht, davon sind nach wissenschaftlichen Schätzungen wiederum mehr als ein Drittel der Handy-Nutzung zuzurechnen. Sie behindert die im komplexen Verkehrsgeschehen notwendigen schnellen Reaktionen.

Noch immer scheint vielen Autofahrerinnen und  Autofahrern nicht klar zu sein, dass sich ihr Fahrzeug selbst bei Tempo 30 in nur einer Sekunde Unaufmerksamkeit mehr als 8 Meter weiter bewegt, bei 50 km/h sind es sogar fast 14 Meter! Nach der Rechtsprechung der letzten Jahre ist selbst im Stand bei laufendem Motor das Ablesen der Uhrzeit vom Display untersagt und kann mit einem Bußgeld von 60 Euro belegt werden.

 

Der Fußgängerverband bemängelt insbesondere die Unaufmerksamkeit beim Einbiegen in eine andere Straße, bei dem der absolute Vorrang der diese Fahrbahn querenden Fußgänger zu beachten ist. Im Jahr 2014 war bei etwa jedem 10. Verkehrsunfall mit Personenschäden und auch mit Getöteten innerorts Fehlverhalten der Kraftfahrzeugführer beim Abbiegen die Unfallursache. Darüber hinaus weist der Bundesgeschäftsführer Stefan Lieb darauf hin: „Auch ein kurzes Halten für ein Telefonat an einer Haltestelle oder im 5-Meter-Bereich an Straßenkreuzungen oder Einmündungen ist unakzeptabel, gefährdet insbesondere Kinder und mobilitätseingeschränkte Fußgänger und ist laut StVO untersagt.“

 

Die Fußgängerlobby stellt allerdings klar, dass auch Fußgängerinnen und Fußgänger Verantwortung für die Verkehrssicherheit tragen. Deshalb ruft der Fuss e.V. die Fußgängerinnen und Fußgänger auf, insbesondere vor und beim Queren der Fahrbahnen stets jedwede Beschäftigung mit dem Handy zu unterbrechen. Durch mangelnde Aufmerksamkeit kann man sich selbst und andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gefährden oder sogar in Lebensgefahr bringen. Auch auf Gehwegen sollte beachtet werden, dass Menschen mit Sehbeeinträchtigungen besondere Rücksicht und Aufmerksamkeit von den anderen Verkehrsteilnehmern erwarten müssen, da sie selbst nicht kurzfristig ausweichen können.

 

Daneben sind allerdings nach Ansicht des Verbandes auch die Kommunen dazu aufgerufen, soweit wie möglich die Gefahren für den Fußverkehr insbesondere durch den Abbiegeverkehr an Kreuzungen und Einmündungen zum Beispiel durch Gehwegvorstreckungen zu vermindern. Auf für den Fußverkehr vorgesehenen Flächen sollte eine weitestgehende Barrierefreiheit angestrebt werden. Es ist nach Stefan Lieb „grundsätzlich davon auszugehen, dass zu Fuß gehende Menschen sich hier frei und unaufmerksam bewegen können. Hier bewegen sie sich nicht geradlinig wie Fahrzeuge, sondern verweilen, sprechen miteinander oder telefonieren.“

 

Quelle zur Aussage im zweiten Absatz:

Schätzungs-Aussage von Verkehrsforscher Prof. Michael Schreckenberg, Universität Duisburg-Essen, aus: Hamburger Abendblatt 3.9.2015

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 23.3.2016

 

Nach Ansicht des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. endet das „Internationale Jahr des Lichts“ in Deutschland, ohne dass eine Diskussion darüber geführt wurde, ob unsere Städte und Dörfer noch zeitgemäß beleuchtet werden. Das von der UNESCO koordinierte Jahr des Lichts 2015 konnte nach Aussage von Bernd Herzog-Schlagk vom FUSS e.V. den notwendigen Wandel nicht einleiten: „Noch immer ist man in vielen Städten der Auffassung, dass Fahrspuren für den Autoverkehr oder gar Kfz-Abstellflächen hell beleuchtet werden müssen, während die Menschen am Straßenrand häufig in der Dunkelheit verbleiben.“

Darüber hinaus macht der Verband darauf aufmerksam, dass die Kreuzungen und Einmündungen sehr häufig nicht ausreichend ausgeleuchtet werden, um damit insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Senioren zu Fuß oder mit dem Rad zu schützen. Im letzten Jahr starben in Deutschland 523 Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr, davon mehr als jeder Dritte in den lichtschwachen Monaten November bis Januar. Es ist lange bekannt, dass die schlechte Ausleuchtung von Kreuzungen auch gerade mit Ampeln eine große Unfallquelle darstellt.

Die Fußgängerlobby aber fordert nicht mehr Licht in unseren Städten, sondern den gezielteren Einsatz von kostbarer Energie für Licht am richtigen Fleck. Insbesondere sollte im Rahmen von Förderprogrammen zur Energieeinsparung bei der Straßenbeleuchtung an die richtige Platzierung der Leuchten gedacht werden.

Motorisierte Fahrzeuge haben mittlerweile Beleuchtungsanlagen, die andere Verkehrsteilnehmer blenden. Hier fordert der FUSS e.V., so Herzog-Schlagk „eher eine Abrüstung statt noch grellere Lampen sowie Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung, damit die Autofahrer rechtzeitig reagieren können.“ Überdimensionierte Beleuchtungsmasten in Straßen sollten nach Ansicht des Verbandes ersetzt werden durch energiesparende Beleuchtungen der deutlich kleineren Flächen, die von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. In Seitenstraßen würde es mitunter ausreichen, die Bogenlampen zu schwenken, das heißt weg von den abgestellten Fahrzeugen hin zum Gehweg. Darüber hinaus ist mehr Licht zur Verbesserung der sozialen Sicherheit auf bisher dunklen Wegen notwendig.

Die Generalkonferenz der UNESCO hat zum Jahr des Lichts einen Beschluss im November 2013 gefasst; die Ausrufung des UN-Jahres erfolgte durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. Dezember 2013. Themen des UN-Jahres „Internationales Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien 2015“ waren unter dem Motto „Light for Change – Licht für Wandel“ u.a. Lichtverschmutzung und das Sparen von Energie für Licht bzw. die Entwicklung von günstigen energieeffizienten Lichtquellen für Entwicklungsländer.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 21.12.2015

 

Am Sonntag, den 15. November erinnert der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. anlässlich des "Weltgedenktags für die Straßenverkehrsopfer" an die Verunglückten und ihre Angehörigen. Gleichzeitig macht der Verband darauf aufmerksam, dass bei der Erfassung von Unfallopfern immer noch nicht die notwendige Differenzierung zwischen Schwerverletzen und Schwerstverletzten vorgenommen wird. Eine solche Unterscheidung würde die Planung und Bewertung von Maßnahmen hinsichtlich ihrer Sicherheit verbessern, besonderen Handlungsbedarf aufzeigen und die Dimension der immensen Folgen von Unfällen verdeutlichen.

Im letzten Jahr starben innerorts in Deutschland insgesamt 983 Menschen in Folge von Verkehrsunfällen. Vier von zehn dieser Unfallopfer waren Fußgänger. Die Hälfte der als Fußgänger tödlich verunglückten Personen wiederum waren Senioren über 65 Jahre, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Angesichts des demografischen Wandels muss allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung Deutschlands von mehr Verkehrstoten in Zukunft ausgegangen werden, insbesondere bei den unmotorisierten Fortbewegungsarten.

Was man allerdings den offiziellen Daten nicht entnehmen kann, ist die Anzahl der "Schwerstverletzten". Diese Gruppe wird noch nicht statistisch gesondert erhoben, sondern fließt in die Gruppe der Schwerverletzen ein. Da man bereits mit einem stationären Krankenhausaufenthalt von 24 Stunden als schwerverletzt gilt, wird so die Unterscheidung zu schwerstverletzten Opfern mit Langzeitschäden unmöglich. „Neben dem großen individuellen Leid der schwerstverletzten Unfallopfer verschwindet auf diese Weise eine ganze Betroffenengruppe aus dem Blickfeld“, so Stefan Lieb, Sprecher von FUSS e.V.

Der „ Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer“ wurde durch die UN-Generalversammlung initiiert und wird seit 1995 (also seit 20 Jahren) am dritten Sonntag im November begangen. Angeregt hatten diesen Gedenktag die WHO und die Weltbank.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 14.10.2015

 

Flaniermeile Berlin - Unter den Linden

Bereits vor fünf Jahren hat der FUSS e.V. eine Studie für eine Flaniermeile Berlin in der historisch und touristisch herausragenden Straße Unter den Linden vorgelegt. Vor zwei Jahren hat eine Gruppe von 48 Studentinnen und Studenten der Beuth Hochschule die Vorschläge mit zahlreichen Gestaltungsideen angereichert. Jetzt ist das bisher wenig beachtete Thema plötzlich hochaktuell, weil es im Koalitionsvertrag des neuen Berliner Senats aufgenommen wurde. Die projektierte Flaniermeile, die zufällig genau eine Meile lang ist (1,61 Kilometer), könnte ein bundesweit interessantes Modellvorhaben darstellen. Noch nie zuvor ging es um die Wiederbelebung einer Fläche von der Größenordnung von 25 Fußballfeldern mitten im Zentrum einer Millionenstadt. Die politisch gewollte fußgängerfreundliche Umgestaltung des Straßenzuges ist eine große Herausforderung.
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Behebung der Gehwegschäden von Verursachern bezahlen lassen

Fuss e.V. unterstützt die Initiative des Bundesrates, dass Lkw, die baulich gefährdete Brücken widerrechtlich befahren, mit Bußgeldern bis zu 1.000 Euro belegt werden sollen. Gleichzeitig hält der Verband den Vorstoß jedoch für inkonsequent: Täglich stehen tausende von Pkw und Lkw auf Gehwegen, die für diese Belastung nicht geplant und gebaut wurden. Die Gehwege werden damit von den widerrechtlichen Nutzern beschädigt und müssen von den Kommunen repariert werden.
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Nachhilfe für den Berliner Senat: Eine Stunde Verkehrssicherheit

Der FUSS e.V. stellte am 14.9.2016 von 11 bis 12.00 Uhr Verkehrssicherheit am Gefahrenbrennpunkt Roelckestraße in Berlin im Rahmen einer Aktion her. Auf Höhe der Lehderstraße ist ein Queren für Fußgänger gefahrlos nicht möglich. Gehwegvor­streck­ungen fehlen. Keine Ampel. Parkende Autos versperren die Sicht, und in jede Richtung sind es rund 300 Meter bis zu einem gesicherten Übergang. Das 700 Meter lange Stück Straße zwischen Ostsee- und Langhansstraße verführt Autos und Motorräder zum Rasen.
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Fußverkehr verdient auch in Deutschland mehr Beachtung!

Anlässlich der Auftaktveranstaltung für die Entwicklung von Fußverkehrsstrategien in Städten ist Anfang September 2016 zum ersten Mal in Deutschland ein mit externen Experten besetzten Gremium des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. zusammengekommen, das sich bis 2018 ausschließlich mit der Frage beschäftigen wird, wie der Fußverkehr strategisch zu fördern ist. Ziel der Aktivitäten ist es, einen Handlungsleitfaden zur Förderung des Fußverkehrs in Kommunen zu erstellen, der auf die Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern eingeht.
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Fuss e.V. gegen StVO-Novelle: Kinder sollen besser gleich richtig Rad fahren lernen!

Mit der kommenden Änderung der StVO soll es „geeigneten Begleitpersonen“ erlaubt werden, radelnde Kinder ebenfalls per Fahrrad über die Gehwege zu lotsen. Am 7. September entscheidet der Verkehrsausschuss des Bundesrates, ob er die Vorlage des Bundeskabinetts annimmt. Fuss e.V. hatte sich als einziger Verband bei der Anhörung des Bundesverkehrsministeriums klar gegen mehr Radfahrer auf Gehwegen ausgesprochen. Die Argumente des Vereins haben anscheinend teilweise gefruchtet.
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Zebrastreifen-Sterben verhindern – neue Vorschriften sinnvoll und flexibel anwenden

Durch geänderte Verwaltungsvorschriften der StVO sind für Zebrastreifen erhöhte Anforderungen an die Beleuchtung Pflicht geworden. Das sei im Prinzip sinnvoll, meint Fuss e.V., da Fußgänger Zebrastreifen nutzen, damit sie für Autofahrer besser zu erkennen sind. Mit der neuen Vorschrift seien Zebrastreifen allerdings in vielen Kommunen gefährdet, da die Nachrüstung von Fußgängerüberwegen entsprechend den neuen Beleuchtungsnormen etwa je 10.000 Euro kostet. Das könnte klamme Kommunen veranlassen, Zebrastreifen zu entfernen.
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Schüler als Verkehrsreporter unterwegs

In einem generationsübergreifenden Projekt haben in den Jahren 2014 und 2015 etwa 120 Schülerinnen und Schüler in Berlin ihre Großeltern oder andere ältere Menschen nach ihren Problemen und Wünschen im Straßenverkehr befragt. Geleitet vom Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. und gefördert durch die Verkehrslenkung der Senatsverwaltung offenbarten die durchgeführten umfangreichen Interviews, dass sich die Senioren nicht nur über Radfahrer und parkende Autos auf Gehwegen ärgern, sondern auch über die unzulängliche Infrastruktur in der Stadt.
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Kopf hoch im Straßenverkehr

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um mehr Achtsamkeit bei der Benutzung mobiler Endgeräte. Von den etwa 2,4 Millionen Verkehrsunfällen in Deutschland pro Jahr wurden etwa ein Drittel durch Ablenkung verursacht, davon sind nach wissenschaftlichen Schätzungen wiederum mehr als ein Drittel der Handy-Nutzung zuzurechnen. Sie behindert die im komplexen Verkehrsgeschehen notwendigen schnellen Reaktionen.
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UNO-Jahr des Lichts endet ohne Erleuchtung für Fußgänger

Nach Ansicht des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. endet das „Internationale Jahr des Lichts“ in Deutschland, ohne dass eine Diskussion darüber geführt wurde, ob unsere Städte und Dörfer noch zeitgemäß beleuchtet werden. Das von der UNESCO koordinierte Jahr des Lichts 2015 konnte nach Aussage von Bernd Herzog-Schlagk vom FUSS e.V. den notwendigen Wandel nicht einleiten: „Noch immer ist man in vielen Städten der Auffassung, dass Fahrspuren für den Autoverkehr oder gar Kfz-Abstellflächen hell beleuchtet werden müssen, während die Menschen am Straßenrand häufig in der Dunkelheit verbleiben.“
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Schwerstverletzte Unfallopfer endlich berücksichtigen!

Am Sonntag, den 15. November erinnert der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. anlässlich des "Weltgedenktags für die Straßenverkehrsopfer" an die Verunglückten und ihre Angehörigen. Gleichzeitig macht der Verband darauf aufmerksam, dass bei der Erfassung von Unfallopfern immer noch nicht die notwendige Differenzierung zwischen Schwerverletzen und Schwerstverletzten vorgenommen wird. Eine solche Unterscheidung würde die Planung und Bewertung von Maßnahmen hinsichtlich ihrer Sicherheit verbessern, besonderen Handlungsbedarf aufzeigen und die Dimension der immensen Folgen von Unfällen verdeutlichen.
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Baustellen-Umgehungen für Sehbehinderte sichern!

Anlässlich des internationalen „Tag des weißen Stocks“ am 15. Oktober macht der Fachverband Fußverkehr Deutschlands Fuss e.V. auf die großen Gefahren aufmerksam, die durch unachtsam aufgestellte Baustellensicherungen insbesondere für sehbehinderte Menschen entstehen. Nach Ansicht des Fuss-Sprechers Stefan Lieb ist „im Sinne der notwendigen barrierefreien Verkehrswegeführung mit zusammenhängenden Fußwegenetzen ein besonderes Augenmerk gerade auf diese Störungsstellen zu legen.“
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Querbuch: Wie Fußgänger sicher über die Straße kommen

Für alle, die wissen wollen, wie Fußgänger sicher über die Straße kommen, hat der FUSS e. V. eine neue Veröffentlichung herausgegeben. Im zum Thema passenden Querformat zeigt es auf 54 Seiten Bekanntes wie Ampeln und Zebrastreifen und weniger bekannte Querungshilfen wie Mittelinseln, Mittelstreifen, Gehwegnasen, Teilaufpflasterungen und Gehwegüberfahrten.
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Schüler befragen Senioren zum Verkehrsverhalten und zur Verkehrsmittelwahl

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. entwickelte eine Unterrichtseinheit, um generationsübergreifende Gespräche zu Fragen der Verkehrssicherheit anzuregen. Schüler und Schülerinnen sowie ältere Menschen sollen dabei die Sicherheitsprobleme bei der Verkehrsteilnahme aus der Perspektive der anderen Altersgruppe betrachten. Die Unterrichtseinheit ist in der 5. und 6. Jahrgangsstufe einsetzbar. Für die Umsetzung der vier Unterrichtsstunden und der Interviews stehen im Internet unter dem Titel „senioren-sicher-mobil“ alle notwendigen Informationen und Materialien für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. In Berlin kann die Unterrichtseinheit teilweise durch ein Team von Fachleuten begleitet oder durchgeführt werden, da das Modellvorhaben von der Senatsverwaltung gefördert wird.
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Berliner Verkehrserhebung: Die Mehrheit geht

Fußgänger sind gerade in den Innenstädten keine Minderheit, sondern bilden dort oft die relative Mehrheit: Erstmals legten 2013 Berlins Einwohner mehr Wege zu Fuß als mit dem Auto (Fahrer und Mitfahrer) zurück. Mit einem Anteil von 31 Prozent steht der Fußverkehr damit in der Bundeshauptstadt an der Spitze, gefolgt vom motorisierten Individualverkehr MIV mit 29,6, dem ÖPNV mit 27 und dem Radverkehr mit 13 Prozent.
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Einzigartiges Brandenburger Wander-Bahnhof-System in Gefahr!

Von der drohenden Schließung von 73 Bahnhöfen in Brandenburg sind auch folgende drei Wanderbahnhöfe betroffen: Bagenz und Kolkwitz am Europäischen Fernwanderweg E10 sowie Ferch Lienewitz am Europäischen Fernwanderweg E11 und am 66-Seen-Rundwanderweg.
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Es ist so dunkel!

Der Hamburger FUSS e.V. will eine bessere Ausleuchtung von Gehwegen erreichen. Meistens sind die Fahrbahnen hell erleuchtet, während viele Bürgersteige im Dunkeln liegen. Wir würden gerne von den Bürger/innen wissen, wo ihnen besonders dunkle Gehwege auffallen und wo es Verbesserungsbedarf gibt, und diese Stellen dann an die Politik herantragen.
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Fußgängerlobby begrüßt Zebrastreifen-Programm

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V., der das Fußgängerüberwegeprogramm in Berlin seit Anfang an unterstützt hat, bedankte sich beim Senat, der Senatsverwaltung und bei den Bezirken für ihr kontinuierliches Vorgehen bei der Anlage von Zebrastreifen.
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Viele behördliche Anordnungen zum Gehwegparken sind „out“

Eine Änderung der Verwaltungsvorschriften bei der letzten Reform der StVO wird von den zuständigen Behörden oft missachtet. Dort steht, dass das Parken auf Gehwegen nur zugelassen werden darf, wenn genügend Platz für Fußgänger bleibt und die Gehwege und darunter liegende Leitungen nicht beschädigt werden können.
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Erholung - Bewegung – Inspiration

Mitte Juli 2013 wurde im kleinen Eifel-Dörfchen Schmidtheim ein "Barfuß- und Generationenpark" eröffnet, der unter den über 100 Barfußpfaden in Deutschland dadurch herausragt, dass nicht nur die Füße, sondern der ganze Körper sowie Seele und Geist angeregt werden. Gebaut wurde er in Regie der Interessengemeinschaft Schmidtheim e.V. mit viel ehrenamtlicher Arbeit und mit Förderung der LEADER-Region Eifel.
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Gehwege frei für sicheres Gehen

Es ist zwar nicht die „große Politik“, aber ein alltägliches Ärgernis: Das Falschparken auf Gehwegen. Fuss e.V. bietet Infos und Lösungsmöglichkeiten für dieses Problem auf einer neuen Website. Nach Auffassung der im Auftrag der Verkehrssenatsverwaltung von Berlin Befragten stellt das Abstellen von Kfz auf Gehwegen nicht nur ein „Kavaliersdelikt“ dar, sondern gehört zu den von ihnen am häufigsten genannten Sicherheitsrisiken für den Fußverkehr.
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Fußgängerlobby bietet praxisnahe Hilfe

Der FUSS e.V. hat eine im deutschsprachigen Raum bisher einmaligen Internet-Service für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ins Netz gestellt. Ziel waren die Analyse der zunehmenden Beteiligung von älteren Menschen an Straßenverkehrsunfällen und daraus abgeleitete Hinweise zum Verkehrsverhalten und der Verkehrsmittelwahl.
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Weltweite Woche für die Fußgängersicherheit: Verkehrsunfälle effektiver bekämpfen!

Es ist leider kein Zufall, dass sich die Vereinten Nationen dem Thema „Fußgängerunfälle“ annehmen und auch wohlhabende Staaten wie Deutschland wegen ihrer autoorientierten Verkehrspolitik kritisiert werden. Ohne eine öffentliche Diskussion wird sich daran wenig ändern.
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Zu Fuß und mit Rad zur Schule: Wie Kinder sicher selbständig werden

Zum Start des Schuljahres ermuntern der ADFC Berlin und FUSS e.V. die Berliner Eltern, ihre Kinder den Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen zu lassen. »Der Schulweg ist sicherer als sein Ruf«, sagt Stefan Lieb, Sprecher des FUSS e.V. Die beiden Verbände bestärken die Berliner Eltern daher, ihre Kinder sicher selbständig werden zu lassen und ihren Nachwuchs dabei zu unterstützen.
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Flaniermeile Berlin - Unter den Linden

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. schlägt in einer Studie die Wiederaufwertung der weit über Deutschland hinaus bekannten Straße Unter den Linden im Berliner Zentrum vor. Der Verband empfiehlt, die im Jahr 1934 durch die Nazi-Diktatur vorgenommene Umgestaltung der Straße vom Boulevard zur Aufmarsch- und Kraftfahrzeugstraße, verbunden mit einer Abwertung der Mittelpromenade und einer Verbreiterung der Kraftfahrzeugflächen, schrittweise wieder rückgängig zu machen.
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Begegnungszonen und Shared Space auch für Fußgänger

„Shared Space“ wird von Politikern und Bürgern häufig als verkehrspolitische Maßnahme gefordert, ohne genaue Vorstellungen, was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Fachleute aus den beiden Verbänden Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. und der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landschaftsplanung SRL haben daher Kriterien erarbeitet, wie Shared-Space-Varianten auch für den Fußverkehr positive Ergebnisse erzielen können.
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Dramatische Zunahme der Fußgängerunfälle

Nachdem im letzten Jahr die Unfälle mit Personenschäden bundesweit und auch in den meisten Städten deutlich zurückgingen und dies als Erfolg der Verkehrssicherheitsarbeit dargestellt wurde, wird das Jahr 2011 leider wieder mit einer erheblich höheren Anzahl auch tödlich verunglückter Fußgänger abschließen. Für 2011 prognostiziert das Statistische Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der tödlich verunglückten Fußgänger um knapp 25 %.
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Neues Leben im alten Bahnhof Dannenwalde

Vor 15 Jahren wurde erstmals in der Bahngeschichte ein bereits geschlossener Bahnhof wieder eröffnet. Das Bahnhofs-Ensemble und selbst der Bahnhofsvorplatz sind unter Denkmalschutz gestellt und der Bahnhof ist inzwischen vom Verein „Umweltbahnhof Dannenwalde“ gekauft worden. Um die Gebäude zu sanieren und mit neuem Leben zu füllen, werden jetzt dringend Menschen gesucht, die mit anpacken möchten beim Umbau oder auch beim späteren Betrieb.
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Wegebeschreibungen oft falsch: Leitfaden gibt Hilfestellung

Auf Werbematerialien für Veranstaltungsorte oder touristische Ziele ist die Angabe zur Erreichbarkeit des Zielortes eine Kernbotschaft. Leider sind die abgebildeten Karten, Pläne oder Skizzen häufig von schlechter Qualität, weil ihnen zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird.
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Verkehrsunfallrisiko auf Schulwegen zu Fuß 3 x geringer als im Auto

Der Schulbeginn in den nächsten Wochen ist leider auch wieder Anlass auf die Gefahren des Straßenverkehrs hinzuweisen. Viele Eltern wollen ihre Kinder vor Unfällen bewahren und bringen sie deshalb mit dem Auto zur Schule. Unsere Berechnungen zeigen dagegen, dass die Gleichung „Mit dem Auto zur Schule = Sicher zur Schule“ nicht aufgeht.
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Neuer Ratgeber im Internet: Geh-Recht.de

Die meisten Bürger-, Politik- und Verwaltungsanfragen an den FUSS e.V. beziehen sich auf verkehrs- und planungsrechtliche Aspekte. Deshalb bietet er Interessierten nun laienverständliche Informationen zu zahlreichen für den Fußverkehr relevanten Fragestellungen.
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ADFC und FUSS e.V.: Gemeinsam genutzte Geh- und Radwege sorgen für Konflikte

Fußgängern und Radfahrern fehlt in der Stadt häufig der ausreichende Platz, um sicher und bequem voranzukommen. Besonders auf gemeinsamen Geh- und Radwegen häufen sich die Konflikte.
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Zittern auf "Wohlfühl-Bahnhöfen"

Die Kältewelle hat Deutschland weiter fest im Griff. Für Bahnfahrer/innen hört das Zittern leider nicht am Bahnhof auf. Ein Missstand, der in krassem Gegensatz zum Ziel der Deutschen Bahn AG steht, ihren Kunden „Wohlfühl-Bahnhöfe“ anzubieten.
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Wege der Fußgänger vom Schnee befreien

Das Tief „Daisy“ hat nicht nur dem Autoverkehr Beschwerlichkeiten bereitet, sondern in einem teilweise noch stärkerem Maße Fußgängern und Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel das Vorankommen erschwert.
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abgefahren.losgewandert. - Ein ausgezeichneter Wander-Service wurde ausgezeichnet

Am 3. Januar wurde dem FUSS e.V. im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen" für seinen Wander-Service "abgefahren.losgewandert" ein Preis verliehen.
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Der Verband erhält regelmäßig Klagen darüber, dass die Einrichtungen der Baustellen gefährlich und irreführend sind, offensichtlich nicht überwacht werden und sich bei Beschwerden die örtliche Polizei fälschlicherweise für „unzuständig“ erklärt. Durch die leicht zu handhabenden mobilen Absturzsicherungen aus Kunststoff entsteht auf den Fußwegeverbindungen häufig ein Irrgarten, in dem man sich mit dem weißen Langstock keinen Weg ertasten kann. Außerdem sind Baustellenschilder oft so im „Luftraum“ über der Restgehwegbreite angebracht, dass Blinde sich am Kopf verletzen können.

Gefährdungen und auch unzumutbare Engstellen oder Umleitungen insbesondere für Fußgänger und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind nach Ansicht der Fußgängerlobby grundsätzlich zu vermeiden. Der Verband hat die wesentlichen Fragen für eine sachgerechte Sicherung von Arbeitsstellen und die Anzeigemöglichkeiten in einer auch für Laien verständlichen Form unter www.geh-recht.de > Fußverkehrsanlagen > Baustellen-Umgehungen dargestellt.

ca. 1.500 Zeichen

www.geh-recht.de > Fußverkehrsanlagen > Baustellen-Umgehungen

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 14.10.2015

 

Kurzmeldung (877 Zeichen)

Für alle, die wissen wollen, wie Fußgänger sicher über die Straße kommen, hat der FUSS e. V. eine neue Veröffentlichung herausgegeben. Im zum Thema passenden Querformat zeigt es auf 54 Seiten Bekanntes wie Ampeln und Zebrastreifen und weniger bekannte Querungshilfen wie Mittelinseln, Mittelstreifen, Gehwegnasen, Teilaufpflasterungen und Gehwegüberfahrten. Auch verkehrsberuhigte Bereiche werden in Text und Bild vorgestellt. Außerdem enthält das Querbuch eine Liste aller Querungsanlagen und Informationen zu den verkehrlichen Rahmenbedingungen, zur Zuständigkeit für die Einrichtung von Querungsanlagen und ein Literaturverzeichnis.

Das Querbuch gibt es für 4 Euro (ab 5 Exemplaren 2,50 Euro) plus Versandkosten in unserem Online-Shop in der Rubrik Broschüren > Fußverkehr – Queren.

Ausführliche Fassung (2.756 Zeichen)

Für alle, die wissen wollen, wie Fußgänger sicher über die Straße kommen, hat der FUSS e. V. eine neue Veröffentlichung herausgegeben. Im zum Thema passenden Querformat zeigt es auf 54 Seiten Bekanntes wie Ampeln und Zebrastreifen, aber auch weniger bekannte Querungsanlagen.

Anders als für den fahrenden Verkehr haben Städte kein geschlossenes Wegenetz für den Fußverkehr. Gehwege gibt es in der Regel nur um den Häuserblock herum oder als Grünverbindung. Deshalb müssen Fußgänger in der Stadt ständig die Fahrbahn queren. Dabei geschehen die meisten Verkehrsunfälle mit Fußgängern als Opfer.

Spezielle Querungsanlagen - z. B. Mittelinseln, Zebrastreifen, Ampeln - sollen das Queren sicherer und komfortabler machen. Damit die Fußgänger den Autoverkehr nicht zu stark bremsen, hat man in den letzten Jahrzehnten die Ampeln auf "grüne Welle" für den Autoverkehr und auf "lange Wartezeit" für Fußgänger geschaltet. Die Anzahl der Querungsanlagen wurde reduziert. Zudem haben viele Kreuzungen selbst in kleinen Städten autobahnartige Ausmaße. Fußwege wurden damit immer länger und unangenehmer. Mittlerweile denkt man um. Die technischen Regelwerke zur Straßengestaltung in Städten sehen Fußgänger jetzt als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer, die Anzahl der Querungsanlagen nimmt wieder etwas zu.

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e. V. stellt in einer 54 Seiten umfassenden Broschüre mit dem Titel "Querbuch" Querungsanlagen vor und versetzt damit auch Laien in die Lage, sich für die am besten geeignete Querungshilfe an ihrer Straße einzusetzen. Ob es sich um das Überqueren einer belebten Einkaufsstraße handelt oder um sichere Schulwege - die teuerste Querungsanlage (Ampel) verspricht nicht grundsätzlich den größten Erfolg.

Im zum Thema passenden Querformat zeigt das Querbuch auf 54 Seiten Bekanntes wie Ampeln und Zebrastreifen und weniger bekannte Querungshilfen wie Mittelinseln, Mittelstreifen, Gehwegnasen, Teilaufpflasterungen und Gehwegüberfahrten. Auch verkehrsberuhigte Bereiche werden in Text und Bild vorgestellt. Außerdem enthält die Broschüre eine Liste aller Querungsanlagen und Informationen zu den verkehrlichen Rahmenbedingungen, zur Zuständigkeit bei der Einrichtung von Querungsanlagen und ein Literaturverzeichnis.

Einen Eindruck vom Querbuch vermitteltdas Kapitel zu Gehwegnasen unter www.querbuch.de > Gehwegnasen.

Das Querbuch gibt es für 4 Euro (ab 5 Exemplaren 2,50 Euro) plus Versandkosten in unserem Online-Shop in der Rubrik Broschüren > Fußverkehr – Queren.

Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.geh-recht.de > Fußverkehrsanlagen > Querungsanlagen sowie www.fuss-ev.de > Themen > Fußgängerquerung von Fahrbahnen.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 23.9.2015

 

In Europa sollen bis zum Jahr 2020 die jährlichen Verkehrstoten gegenüber 2010 halbiert werden. Doch stagniert die Zahl der Verkehrsunfälle in den letzten Jahren oder nehmen sogar zu. Die Unfallzunahme betrifft insbesondere die ältere Generation und in einem starkem Maße die Fußgängerinnen und Fußgänger. Eine weitere gefährdete Gruppe sind nach wie vor die Kinder, obwohl – oder gerade weil – die Straße kaum noch als Spiel- und immer weniger als Lebensraum genutzt wird. Die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr ist demnach eine generationsübergreifende Herausforderung.

Im Schuljahr 2014 / 15 wurde die Unterrichtseinheit bereits an drei Berliner Modellschulen durchgeführt und stieß sowohl bei Lehrenden als auch bei Schülerinnen und Schülern sowie älteren Menschen auf großen Anklang: Schulkinder und die Großelterngeneration können gut voneinander lernen: Für die Schülerinnen und Schüler sind die Regeln aus dem Unterricht noch präsent, Manches haben sie allerdings eher auswendig gelernt. Seniorinnen und Senioren verfügen über langjährige Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Verkehrssituationen, es können sich jedoch Verhaltensweisen eingeschlichen haben, die sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Im Schuljahr 2015 / 16 wird die erweiterte Unterrichtseinheit an vier Modellschulen in Berlin von Mitarbeitern des FUSS e.V. durchgeführt und steht allen Lehrenden bundesweit zur Durchführung zur Verfügung.

www.senioren-sicher-mobil.de > Schüler befragen Senioren

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 3.9.2015

Ansprechpartnerin: Kerstin Pfetsch, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Fußgänger sind gerade in den Innenstädten keine Minderheit, sondern bilden dort oft die relative Mehrheit: Erstmals legten 2013 Berlins Einwohner mehr Wege zu Fuß als mit dem Auto (Fahrer und Mitfahrer) zurück. Mit einem Anteil von 31 Prozent steht der Fußverkehr damit in der Bundeshauptstadt an der Spitze, gefolgt vom motorisierten Individualverkehr MIV mit 29,6, dem ÖPNV mit 27 und dem Radverkehr mit 13 Prozent.

Die vor wenigen Tagen veröffentlichten Berliner Daten der Haushaltsbefragung „Mobilität in Städten“ der TU Dresden sollten nach Ansicht des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. die Stadtpolitik und -verwaltungen zu einer veränderten Strukturpolitik anregen. „Fußgänger sind gerade in den Innenstädten keine Minderheit sondern bilden dort oft die relative Mehrheit. Das ist seit Jahren bekannt, doch es folgen bisher daraus kaum Konsequenzen“, so Stefan Lieb, Sprecher des Verbandes.

Tatsächlich sind die Werte für den Fußverkehr jedoch noch höher: So werden zum einen bei der der Haushaltsbefragung „Mobilität in Städten“ nur die Wege der Bewohner/innen der Städte erfasst. Das verzerrt das tatsächliche Geschehen insbesondere auf den Straßen der Innenstädte. Denn die meisten Touristen legen Ihre Wege in einem Mix von zu Fuß und öffentlichem Nahverkehr zurück.

In vielen Mobilitätserhebungen werden zum anderen lediglich die Hauptverkehrsmittel eines Weges erfasst. Etappen zu Fuß sind aber bei annähernd jeder Bewegung außerhalb der eigenen vier Wände enthalten, „Wege“ in Städten enthalten im Schnitt über 2,3 Etappen. Die Schweiz hat Konsequenzen daraus gezogen und das Etappenmodell für die Vergleiche eingeführt.

Da z.B. etwa 95 Prozent der Fahrgäste die öffentlichen Verkehrsmittel zu Fuß erreichen, werden in Berlin wohl über die Hälfte aller Wege-Etappen zu Fuß zurück gelegt. Vergleichbare Zahlen ergaben sich bei Untersuchungen von Socialdata: Danach ist der Fuß-Anteil in der Stadt Nürnberg nicht 23, sondern 60 und der in Wien nicht 27, sondern 59 Prozent.

Zusammengefasst lässt sich daraus schließen, dass der Fußverkehrswegeanteil in den Städten Deutschlands in der Regel höher liegt als der des MIV einschließlich der Mitfahrer und bei über 50 Prozent liegen dürfte. „Völlig anders“, so der Fuss e.V.-Sprecher, „sieht die Verteilung der Haushaltsmittel aus. Für den Fußverkehr gibt es oft keinen eigenen Haushaltstitel und wenn doch, handelt es sich um Kleinstbeträge. Den Fußverkehr will man offensichtlich nicht fördern, weil er ja sowieso da ist.“

 

Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit den Berliner Daten und Erläuterungen

Beitrag in unserer Zeitschrift mobilogisch! u.a. zum Problem der Untererfassung des Fußverkehrs aufgrund der nicht erhobenen Wege-Etappen

Rubrik „Fußverkehr in Zahlen“ auf Website des FUSS e.V.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 22. Juni 2015

 

Bei einer Schließung würde die Landesregierung ihr eigenes Integriertes Verkehrskonzept IVK brechen, in dem sie sich verpflichtet hat, “Streckenwanderungen von Bahnhof zu Bahnhof” zu unterstützen und die drei betroffenen Wege des brandenburgischen “Hauptwanderwegenetzes” zu “vermarktungsfähigen Produkten” auszubauen.

Das im Jahr 2002 vom Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. als bundesweites Modellvorhaben entwickelte Konzept “Wander-Bahnhoefe-Brandenburg” erfreut sich großer Beliebtheit. Die Erreichbarkeit des etwa 1.300 Kilometer langen Hauptwanderwegenetzes eines Flächenlandes mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Deutschland noch immer einmalig. Wesentlich ist die Verknüpfung mit 50 Wander-Bahnhöfen im Taktverkehr auch an Wochenenden. Da die Länge von Tagesetappen zu Fuß begrenzt ist, bedeutet der Wegfall eines einzelnen Bahnhofes, dass ein Loch im Wanderwegenetz entsteht. Bernd Herzog-Schlagk vom Fuss e.V. weist darauf hin, dass “gerade im Freizeitverkehr die Menschen sehr sensibel und schnell auf ungünstige Angebote reagieren, sie bleiben weg.” Deshalb fordert der Verband ”den Erhalt auch der kleineren Bahnhöfe im Land, von denen aus man zu Fuß oder mit dem Rad sehr schnell die Natur erreichen kann.“

Das Kostenargument hält der Fuss e.V. im Rahmen des Landeshaushaltes für “kurios”. Ein Halt an einem der von der Schließung bedrohten Bahnhöfe kostet zwischen 3,06 und 4,88 Euro, so dass die Tagesanbindung dem Land etwa 350,- Euro kostet. Das Geld könnte erst bei einem neuen Verkehrsvertrag eingespart werden. Bis dahin erhöht die DB die schon jetzt in Brandenburg überhöhten Stationspreise und auch die Trassengebühren und das Land segnet dies ab. Wenn man die vier Wanderbahnhöfe noch weitere 20 Jahre betreibt, kostet das dem Steuerzahler etwa 0,5 Promille der Baukosten, die derzeit in Schönefeld in den märkischen Sand gesetzt werden.

 

www.wander-bahnhoefe-brandenburg.de

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 27.8.2014

 

Empfinden Sie es manchmal auch so – die Fahrbahn ist gut ausgeleuchtet, während es auf dem Gehweg deutlich dunkler ist. Wir, die Mitglieder von FUSS e.V., engagieren uns für eine Verbesserung der Situation von Fußgängerinnen und Fußgängern.

Sie könnten uns dabei unterstützen, indem Sie uns aus Ihrem Stadtteil Beispiele nennen für besonders dunkle, aber ebenso auch für gut ausgeleuchtete Gehwege. Diese Informationen sollen Grundlage sein für weitergehende Untersuchungen und Aktivitäten.

Bitte wenden Sie sich dazu an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 43280837

FUSS e.V. Hamburg
Landessprecherin Sonja Tesch
Scheplerstr. 80
22767 Hamburg
040/43280837
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 22.8.2014

Nach Bernd Herzog-Schlagk, Bundesgeschäftsführer vom Fuss e.V., ist der „alte Zebrastreifen noch immer in sehr vielen Fällen die angemessene Antwort auf die Frage, wie Fußgänger sicher und komfortabel die andere Straßenseite erreichen können.“ (1)

Fußgängerüberwege vermindern die Wartezeiten der Fußgänger vor der Querung, geben ihnen einen eindeutigen Vorrang und beeinflussen die Fahrweise in der Straße positiv, wenn sie korrekt angelegt werden. Die Bundeshauptstadt ist nach Ansicht des Verbandes in dieser Fragestellung in Deutschland ein „Vorreiter“. Laut Herzog-Schlagk ist es bedauerlich, wie zögerlich andere Städte trotz der hervorragenden Erfahrungen in Berlin mit der Einrichtung von Fußverkehrs-Querungsanlagen umgehen.

Die Lobby der Fußgänger wünscht sich die intensive Fortführung des Programmes im Zusammenhang mit weiteren Gehwegvorstreckungen und Mittelinseln, da seit vielen Jahren wissenschaftlich unumstritten ist, dass die Anzahl der Überquerrungsanlagen in einer Stadt einen zentralen Einfluss auf die gesamte Verkehrssicherheit hat. (2) So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Fußgängerüberwege sicherer sind, sobald sie häufig und systematisch angewendet und damit zu den ortsüblichen Entwurfselementen werden.

Der Verband wünscht sich darüber hinaus, dass die Markierung konsequent auch über die Radwege geführt wird, so wie es die Einrichtungsempfehlungen in Berlin vorsehen. Da häufiger Unfälle mit Radfahrerinnen und Radfahrern und Kraftfahrzeugen an Fußgängerüberwegen geschehen, hält er eine Verankerung der Sicherung auch des querenden Radverkehrs in Deutschland für notwendig. Straßenbahnen sollten nicht generell ein Hinderungsgrund für die Einrichtung darstellen, sondern in das Sicherungssystem baulich einbezogen werden.

 

Anmerkungen im Text:

  1. Alt: Die Trittsteine in Pompeji 79 n.Chr. gelten noch immer als Ursprung für die Idee. In Deutschland wurden der erste Zebrastreifen erst im Jahr 1952 im Ostteil von Berlin eingerichtet.
  2. z.B. Apel,D./Kolleck,B./Lehmbrock,M.: Stadtverkehrsplanung, Teil 4, Verkehrssicherheit im Städtevergleich, Berlin 1988

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 9.1.2014

 

 

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

 

Baustellen sind kein Nebenschauplatz im Straßenverkehr, sondern für die betroffenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ein Ärgernis. Am gefährlichsten sind sie für die große Gruppe der Fußgängerinnen und Fußgänger..

In vielen Kommunen tolerieren die Ordnungsämter das Falschparken auf Gehwegen. Solange eine "Restgehwegbreite" von 1,20 Meter Breite übrig bleibt, unternehmen die "Parkkontrolleure" meist nichts. Dabei ist in den aktuellen Vorschriften von "genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern" die Rede.

Hier das Zitat um Zeichen 315 aus diesen Verwaltungsvorschriften in der seit Juli 2009 gültigen Fassung: „Das Parken auf Gehwegen darf nur zugelassen werden, wenn genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern gegebenenfalls mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch im Begegnungsverkehr bleibt, die Gehwege und die darunter liegenden Leitungen durch die parkenden Fahrzeuge nicht beschädigt werden können und der Zugang zu Leitungen nicht beeinträchtigt werden kann.“

Nach den gültigen Straßenbau-Richtlinien muss ein solcher Gehweg(rest) mindestens 2,20 Meter breit sein. „Damit hat wohl ein Großteil dieser Verkehrszeichen in den Kommunen keine rechtliche Grundlage mehr“, meint Stefan Lieb, Sprecher des Fachverbandes.

Die o.g. Einschränkungen des Gesetzgebers und die Breitenangabe haben nach Auffassung des Fuss e.V. weitreichende Folgen, die bisher nicht ausreichend gewürdigt wurden: Neben der fehlenden Gehwegbreite ist die bauliche Ausführung vieler Gehwege im Ober- und Unterbau nicht für das Gewicht von Kraftfahrzeugen ausgelegt. Daher werden die Gehwege wie auch die darunter liegenden Leitungen durch das Fahren und Abstellen der Kfz beschädigt.

„Wir fordern daher die Kommunen auf, systematisch alle ihre Anordnungen zum Gehwegparken zu überprüfen und entsprechend rechtsfest anzupassen“, so der Sprecher des Verbandes, „sonst werden die verantwortlichen Behörden bald von ihren Bürgern wie bei der von ihnen verschlafenen Anpassung der Radwegebenutzungspflicht vor den Verwaltungsgerichten vorgeführt!“.

 

Downloadmöglichkeit Zeichen 315 zur kostenlosen redaktionellen Verwendung

Direkt-Link zu den Verwaltungsvorschriften StVO > Suche „Zeichen 315“

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 21. August 2013

Sind „Parke nicht auf unseren Wegen“-Aufkleber legitim aber illegal? Nach Einschätzung des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland, Fuss e.V., hat sich das Problem der Falschparker auf Geh- und Radwegen in den letzten Jahren verschärft. Belegt wird diese Einschätzung mit den stark ansteigenden Verkaufszahlen der "Parke nicht auf unseren Wegen"- Aufklebern.