Bei einer Schließung würde die Landesregierung ihr eigenes Integriertes Verkehrskonzept IVK brechen, in dem sie sich verpflichtet hat, “Streckenwanderungen von Bahnhof zu Bahnhof” zu unterstützen und die drei betroffenen Wege des brandenburgischen “Hauptwanderwegenetzes” zu “vermarktungsfähigen Produkten” auszubauen.

Das im Jahr 2002 vom Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. als bundesweites Modellvorhaben entwickelte Konzept “Wander-Bahnhoefe-Brandenburg” erfreut sich großer Beliebtheit. Die Erreichbarkeit des etwa 1.300 Kilometer langen Hauptwanderwegenetzes eines Flächenlandes mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Deutschland noch immer einmalig. Wesentlich ist die Verknüpfung mit 50 Wander-Bahnhöfen im Taktverkehr auch an Wochenenden. Da die Länge von Tagesetappen zu Fuß begrenzt ist, bedeutet der Wegfall eines einzelnen Bahnhofes, dass ein Loch im Wanderwegenetz entsteht. Bernd Herzog-Schlagk vom Fuss e.V. weist darauf hin, dass “gerade im Freizeitverkehr die Menschen sehr sensibel und schnell auf ungünstige Angebote reagieren, sie bleiben weg.” Deshalb fordert der Verband ”den Erhalt auch der kleineren Bahnhöfe im Land, von denen aus man zu Fuß oder mit dem Rad sehr schnell die Natur erreichen kann.“

Das Kostenargument hält der Fuss e.V. im Rahmen des Landeshaushaltes für “kurios”. Ein Halt an einem der von der Schließung bedrohten Bahnhöfe kostet zwischen 3,06 und 4,88 Euro, so dass die Tagesanbindung dem Land etwa 350,- Euro kostet. Das Geld könnte erst bei einem neuen Verkehrsvertrag eingespart werden. Bis dahin erhöht die DB die schon jetzt in Brandenburg überhöhten Stationspreise und auch die Trassengebühren und das Land segnet dies ab. Wenn man die vier Wanderbahnhöfe noch weitere 20 Jahre betreibt, kostet das dem Steuerzahler etwa 0,5 Promille der Baukosten, die derzeit in Schönefeld in den märkischen Sand gesetzt werden.

 

www.wander-bahnhoefe-brandenburg.de

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 27.8.2014