Nach Ansicht des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. endet das „Internationale Jahr des Lichts“ in Deutschland, ohne dass eine Diskussion darüber geführt wurde, ob unsere Städte und Dörfer noch zeitgemäß beleuchtet werden. Das von der UNESCO koordinierte Jahr des Lichts 2015 konnte nach Aussage von Bernd Herzog-Schlagk vom FUSS e.V. den notwendigen Wandel nicht einleiten: „Noch immer ist man in vielen Städten der Auffassung, dass Fahrspuren für den Autoverkehr oder gar Kfz-Abstellflächen hell beleuchtet werden müssen, während die Menschen am Straßenrand häufig in der Dunkelheit verbleiben.“

Darüber hinaus macht der Verband darauf aufmerksam, dass die Kreuzungen und Einmündungen sehr häufig nicht ausreichend ausgeleuchtet werden, um damit insbesondere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Senioren zu Fuß oder mit dem Rad zu schützen. Im letzten Jahr starben in Deutschland 523 Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr, davon mehr als jeder Dritte in den lichtschwachen Monaten November bis Januar. Es ist lange bekannt, dass die schlechte Ausleuchtung von Kreuzungen auch gerade mit Ampeln eine große Unfallquelle darstellt.

Die Fußgängerlobby aber fordert nicht mehr Licht in unseren Städten, sondern den gezielteren Einsatz von kostbarer Energie für Licht am richtigen Fleck. Insbesondere sollte im Rahmen von Förderprogrammen zur Energieeinsparung bei der Straßenbeleuchtung an die richtige Platzierung der Leuchten gedacht werden.

Motorisierte Fahrzeuge haben mittlerweile Beleuchtungsanlagen, die andere Verkehrsteilnehmer blenden. Hier fordert der FUSS e.V., so Herzog-Schlagk „eher eine Abrüstung statt noch grellere Lampen sowie Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung, damit die Autofahrer rechtzeitig reagieren können.“ Überdimensionierte Beleuchtungsmasten in Straßen sollten nach Ansicht des Verbandes ersetzt werden durch energiesparende Beleuchtungen der deutlich kleineren Flächen, die von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. In Seitenstraßen würde es mitunter ausreichen, die Bogenlampen zu schwenken, das heißt weg von den abgestellten Fahrzeugen hin zum Gehweg. Darüber hinaus ist mehr Licht zur Verbesserung der sozialen Sicherheit auf bisher dunklen Wegen notwendig.

Die Generalkonferenz der UNESCO hat zum Jahr des Lichts einen Beschluss im November 2013 gefasst; die Ausrufung des UN-Jahres erfolgte durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. Dezember 2013. Themen des UN-Jahres „Internationales Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien 2015“ waren unter dem Motto „Light for Change – Licht für Wandel“ u.a. Lichtverschmutzung und das Sparen von Energie für Licht bzw. die Entwicklung von günstigen energieeffizienten Lichtquellen für Entwicklungsländer.

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 21.12.2015