Der FUSS e.V. stellte am 14.9.2016 von 11 bis 12.00 Uhr Verkehrssicherheit am Gefahrenbrennpunkt Roelckestraße in Berlin im Rahmen einer Aktion her.

Auf Höhe der Lehderstraße ist ein Queren für Fußgänger gefahrlos nicht möglich. Gehwegvor­streck­ungen fehlen. Keine Ampel. Parkende Autos versperren die Sicht, und in jede Richtung sind es rund 300 Meter bis zu einem gesicherten Übergang. Das 700 Meter lange Stück Straße zwischen Ostsee- und Langhansstraße verführt Autos und Motorräder zum Rasen.

Der letzte Unfall liegt drei Wochen zurück, berichten Anwohner. Fünf bis sechs Unfälle seien es pro Jahr. Matthias Dittmer, Fuss e.V. und Organisator der Aktion: „Diese Kreuzung ist in den Stoßzeiten geradezu ein Idealbeispiel für Orte, an denen man selbst als Erwachsener und nicht mobilitätseingeschränkter Fußgänger kalt­feuchte Hände bekommt.“

Der Gefahrenbrennpunkt Roelckestraße sei ein Beispiel für das Handlungsversagen des Senats. Auf dem Papier stehe eine Fußgängerstrategie, die sich gut liest. Umgesetzt werde sie nur zögerlich in wenigen Modellprojekten. Nicht einmal einen Fortsetzungs­beschluss für die bescheidenen Vorhaben gebe es.

Der Fuss e.V fordert vom künftigen Senat, die Fußgängerstrategie fortzuführen, umzusetzen und auf ganz Berlin auszudehnen. Der Verein will u.a. für Fußgänger folgende sicherheitsrelevanten Prinzipien umgesetzt sehen:

  • An Kreuzungen mit Ampeln können Fußgänger in einem Zug über die Straße gehen.
  • Falschparken auf Gehwegen wird konsequent geahndet. Werden Gehwege so zugestellt, dass weniger als 2 Meter Durchgang bleibt, wird abgeschleppt.
  • Bessere und mehr Sichtkontakte auf den Autoverkehr vorm Queren der Fahrbahn, d.h. mehr Lücken in die endlose Reihen der parkenden Autos z.B. durch Gehwegnasen und Fahrradabstellmöglichkeiten für Fahrräder im Parkstreifen.
  • Mehr und kompetentes Personal für die Fußverkehrsstrategie in den Behörden auf Senats- und Bezirksebene!

 

Kontakt:
Matthias Dittmer 0170/233 63 36

 

Pressemitteilung des
Fuss e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 14. September 2016