Das Projekt „Gut gehen lassen“ ist abgeschlossen. Die Ergebnisse und Empfehlungen für die fünf Modellstädte Braunschweig, Erfurt, Flensburg, Meißen und Wiesbaden sind da. Nun sind Verwaltung und Politik gefragt.

Die Bedingungen für Zufußgehende Schritt für Schritt verbessern – wie das geht, dazu hat FUSS e.V. im Rahmen des Projekts „Gut gehen lassen - Bündnis für attraktiven Fußverkehr“ in den vergangenen zwei Jahren fünf Modellstädte beraten. Nun haben Braunschweig, Erfurt, Flensburg, Meißen und Wiesbaden von FUSS e.V. Handlungsempfehlungen bekommen in Form von Maßnahmenprogrammen: Mit der Teilnahme an dem Projekt hatten die Verwaltungen zugleich die Absicht erklärt, einige der von FUSS e.V. entwickelten Verbesserungsvorschläge in den kommenden Jahren nach und nach umzusetzen.

„Mitunter bringen auch schon kleinteilige Maßnahmen wie zum Beispiel eine Bordsteinabsenkung, eine Mittelinsel oder Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Verweilen bemerkenswerte Verbesserungen für Zufußgehende mit sich“, attestiert Projektleiter Patrick Riskowsky. „Wir haben zahlreiche Mängel erfasst und Verbesserungsvorschläge erarbeitet und wurden dabei durch sehr viele Bürger:innen, die sogenannten Quartiersgeher:innen, unterstützt. Nun sind die Stadtverwaltungen am Zug, die Maßnahmen schrittweise umzusetzen.“

Neben baulichen Maßnahmenvorschlägen hat FUSS e.V. jeder Stadt auch strategische Handlungsempfehlungen mitgegeben. „In Leipzig gibt es seit einigen Jahren einen Fußverkehrsverantwortlichen, in immer mehr deutschen Städten wird so eine Stelle besetzt. Das ist eine gute Sache, denn so kann bei jeder Planung immer nochmal jemand explizit mit der Fußverkehrs-Brille draufschauen, ob alles passt. Zugleich ist diese Person Ansprechpartner:in für die Bürger:innen. Damit bekommt der Fußverkehr in der öffentlichen Wahrnehmung annähernd einen Stellenwert vergleichbar wie das Auto, das Fahrrad und der ÖPNV“, meint Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar. Ebenso sei ein Bedeutungsplan Fußverkehr eine gute Sache, wie ihn etwa die Stadt Leipzig bereits erarbeitet hat. Dieser zeigt auf, wo für den Fußverkehr wichtige Wege verlaufen. Ein solcher Plan wäre auch in anderen Städten ein wichtiges Instrument, um bei Planungen dem Fußverkehr an den entscheidenden Stellen genügend Raum beizumessen.

Braunschweig, Erfurt, Flensburg, Meißen und Wiesbaden hatten sich 2021 um die Projektteilnahme beworben und wurden von FUSS e.V. aus 30 Städten bundesweit ausgewählt. In den fünf Modellstädten gab es jeweils Gespräche mit der Stadtverwaltung, einen Workshop mit der Fachöffentlichkeit, einen Fußverkehrs-Check, eine öffentlichkeitswirksame Aktion, ein Parteiengespräch auf dem Gehweg und eine Abschlussveranstaltung mit Übergabe des Projektberichtes.

 

Hier können die Projektberichte inkl. Maßnahmenprogramme als PDF heruntergeladen werden:

Die Maßnahmenempfehlungen gibt es auch als Kurzfassung (PDF) für die jeweilige Stadt: Braunschweig - Erfurt - Flensburg - Meißen - Wiesbaden.

 

Neben der Beratung der Modellstädte fand im Juni 2022 eine Fachexkursion mit Mitarbeiter:innen aus der kommunalen Verwaltung und Engagierte aus der Politik statt. Betrachtet wurden verkehrsberuhigte Bereiche in deutschen Städten und diskutiert, wie fußverkehrsfreundlich diese sind. Hier geht es zum Handout (PDF) und zu einem Kurzfilm auf Youtube.

Im Rahmen des erstmal von FUSS e.V. ausgelobten Fußverkehrspreises wurden die Landeshauptstadt Kiel und die Gemeinde Pleidelsheim gekürt. Der Berliner Senat bekam einen Sonderpreis. Es wird angestrebt, den Fußverkehrspreis fortan alle zwei Jahre auszuloben.

 

Infos zum Projekt und zu kommunalen Fußverkehrsstrategien unter: www.fussverkehrsstrategie.de 

Für Fragen und Hinweise wenden Sie sich an Projektleiter Patrick Riskowsky per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und vom Umweltbundesamt.